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Liebe Monika, ich finde es sehr mutig, dass sie sich so einsetzen für ihren Freund und die Beziehung zu ihm. Wenn ich diese Zeilen lese, kommt bei mir folgendes an: Viel (emotionale) Verwirrung Eine große Vermischung und Verkettung zwischen Menschen, die allesamt sehr entmutigt sind: Wer ist hier wer? Wer ist Kind, wer ist Elternteil, wer ist Partner? Es kann auch sein, dass für euch alle bedeutet: wer anderer Meinung ist, gehört nicht dazu. Das kann unnötigen Druck erzeugen und eure Beziehungen sehr belasten. Alle in diesem Familiensystem fühlen sich zuständig und auch verantwortlich für die Gefühle und das Verhalten der anderen Menschen. Das scheint bei euch zu einem Machtkampf geführt zu haben und euch zwei, deinen Freund und dich, auch gleichzeitig sehr unter Druck zu setzen. Aber ihr müsst ja erst einmal lernen, miteinander klar zu kommen! Und ihr habt auch genug mit euch selbst zu tun, die Jugend ist wunderbar und gleichzeitig auch eine Zeit mit Höhen und Tiefen, und das ist ganz normal. Es kann auch sein, dass die Mutter deines Freundes sich schuldig fühlt ihm gegenüber. Aus einem Gefühl dieser (Über-) Fürsorge heraus fühlt sie sich dann unter Umständen auch so besorgt und mischt sich ein: was für deine Eltern wiederum ein sehr übergriffiges Verhalten darstellt. Beide Seiten kann ich gut nachvollziehen. Doch Eltern müssen auch lernen, wenn ihre Kinder erwachsen werden, sich immer mehr aus deren Leben herauszuhalten, außer sie sind in Gefahr. Die erwachsenen Menschen in diesem System fühlen sich anscheinend sehr verantwortlich für euch junge Erwachsene. Aber ihr seid jung und ihr müsst Fehler machen dürfen und euch und auch das Leben bis zu einem gewissen Grad „ausprobieren“. Dazu braucht ihr Ermutigung, dass ihr auch dann, wenn ihr es nicht so macht, wie eure Erwachsenen es wollen, geliebt seid und trotzdem dazugehört. Ihr müsst also wachsen dürfen, Dinge tun dürfen (die natürlich euch selbst und andere nicht schädigen!) und ihr müsst euch der Liebe eurer Eltern immer sicher sein können. In eurer Situation scheinen alle Beteiligten sehr entmutigt zu sein und verunsichert. Das macht es so anstrengend für alle. Es geht viel um das Thema „Selbstwert“. In Familien, in denen viel gestritten wird und gleichzeitig keine Lösungen gefunden werden können, haben die Beteiligten meist ein schlechtes Selbstwertgefühl. Je besser unser Selbstwertgefühl, desto leichter fällt es uns, uns auf die anderen Menschen einzulassen und ihre Meinungen einfach anzuerkennen. Für dich bedeutet das: du brauchst Ermutigung dabei, deinen eigenen Weg zu finden und du brauchst auch den Mut, dich von deinen Eltern abzulösen, damit du deinen eigenen Weg gehen kannst. So kannst du mit deinem Freund eine Form finden, wie ihr miteinander auskommen könnt. Streiten gehört zu Beziehungen dazu. Aber niemals Gewalt. Wir haben meist ein schlechtes Gefühl, wenn wir streiten, das ist aber nicht notwendig. Solange der Streit nicht zerstörerisch ist und wir uns danach wieder austauschen können, ist Streit notwendig und wichtig. Auch Aggression ist notwendig. Die brauchen wir, um uns abzugrenzen, wenn andere zu sehr in unseren Lebensbereich einwirken. Es kann sein, dass das in deinem Leben und im Leben deines Freundes ein Thema ist. Dass es auch um Abgrenzung und um Nähe geht, und dass ihr alle dabei seid, darüber viel zu lernen. Auch eure Eltern müssen lernen, euch auszulassen und auch zu vertrauen. Das ist wichtig für eure Beziehungen zueinander. In den Beziehungen zu unseren Mitmenschen geht es vor allem darum, dass wir eine Balance finden zwischen Nähe und Verbundenheit. Es geht immer auch um unseren eigenen Raum – nicht nur einen Raum im Sinne eines Ortes oder Zimmers, sondern auch um unseren eigenen emotionalen Raum. Durch diesen Raum in uns können wir lernen, eigenverantwortlich zu handeln und uns selbst zu finden. Dabei geht es nicht darum, sich von Menschen, die wir liebhaben, loszusagen oder zu trennen. Es geht darum, dass Menschen in einer Gruppe oder Familie lernen, dass jeder anders ist, dass jeder eine eigene Meinung haben darf, dass wir auch streiten dürfen, uns miteinander auseinandersetzen und dass wir trotzdem unseren Platz nicht verlieren. Wir brauchen beides: Liebe und Wachstum. Und wir müssen manchmal dabei „fuchtig“ werden oder streiten, damit der andere Mensch, der Partner, die Mutter oder der Vater, Geschwister oder wer auch immer, lernen, dass sie unsere Grenzen und unseren Raum achten müssen. Es ist ein anstrengender Weg, der sich aber lohnt, weil wir dabei über uns selbst viel lernen und gleichzeitig auch lernen, uns selbst zu vertrauen. Erwachsenwerden, also wachsen, tut weh. Du bist dabei, das alles gerade zu lernen. Ich vermute, es wäre mit einer beratenden Begleitung leichter. Da ich leider nicht weiß, in welcher Region du zuhause bist, kann ich dir vor Ort niemanden nennen, der dich hier beraten könnten. Ich bin allerdings via Skype oder Telefon auch erreichbar und biete telefonische (auch kostenlose) Beratung an.